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 Bauen ohne Vertrauen
[Abbildung zur Leseprobe]War ja klar! Nun kommt er also doch, der unterirdische Stuttgarter Hauptbahnhof für das 21. Jahrhundert. 52,9 Prozent der Wähler stimmten für den Weiterbau, 41,2 % dagegen. Immerhin lag die Wahlbeteiligung bei 48,3 Prozent, was für einen Volksentscheid schon sehr viel ist.

Rechnet man die Zahlen um, so ergibt sich, dass nicht mal jeder fünfte Wahlberechtigte gegen „Stuttgart 21“ stimmte. Für einen Erfolg hätte es aber jeder dritte der 7,6 Millionen Wahlberechtigten sein müssen. Wobei nicht wirklich klar ist, ob alle Teilnehmer so abgestimmt haben, wie sie sich das vorgenommen hatten. Denn wer gegen Stuttgart 21 war, musste mit „Ja“ stimmen, Befürworter mussten mit „Nein“ stimmen. Zur Abstimmung stand nämlich nicht das Bauvorhaben selbst, sondern das Ausstiegsgesetz der grün-roten Landesregierung. Sehr tricky ...

Gleichwohl, am Ergebnis hätte eine klarere Fragestellung wohl nichts geändert. Nun wird gebaut - unabhängig davon, dass letztlich nur ein Nadelöhr durch ein anderes ersetzt wird, unabhängig davon, dass eine Wirtschaftlichkeitsprüfung nur durch Schönrechnerei bestanden wurde und unabhängig davon, dass die tatsächlichen Kosten solcher Großprojekte praktisch noch nie dem veranschlagten Kostenrahmen entsprochen haben.

Aber was solls? Auch wir Modellbahner starten mehr oder weniger optimistisch unsere Bauvorhaben. Wer macht sich schon beim Beginn einer Anlage genaue Vorstellungen über die endgültigen Kosten? Wohl niemand - und das ist auch gut so! Schließlich soll die Beschäftigung mit Fahrzeugen und Landschaften Hobby bleiben. Dafür steht Monat für Monat ein mehr oder weniger großzügig dimensionierter Etat zur Verfügung, der zum Glück keiner Wirtschaftlichkeitsprüfung unterliegt.

Eisenbahnfans werden dem alten Bahnhof wohl überwiegend nachtrauern. Denn Kopfbahnhöfe sind gerade ob ihres aufwendigen Betriebs sehr beliebt bei Vorbildfotografen. Stuttgart 21 hat hingegen keine Chance, diesen Rang in der Beliebtheitsskala zu erlangen; wer fotografiert schon freiwillig eine Station mit dem Charme eines S-Bahn-Haltepunkts?

Und wir Modellbahner? Für uns kann ein unterirdischer Bahnhof ­sicher kein Vorbild sein. Was nach dem Abriss also bleibt, ist nur das N-Modell von Wolfgang Frey (s. MIBA-Spezial 57). Obwohl - sind wir nicht quasi die Erfinder des Schattenbahnhofs? Irgendwie schon, aber uns deswegen eine Mitverantwortung für Stuttgart 21 in die Schuhe zu schieben, halte ich für völlig überzogen - meint
Ihr Martin Knaden


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